Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Montag, 15. Januar 2018

Wintertour 28.01.2018 nach Baden-Baden? Frieder Burda Museum mit AMERICA! AMERICA!

Sonntag 28.01.2018
Der Trainingseffekt war optimal, es war zwar nicht der perfekte Frühlingstag, wie sollte es auch, wenn im ADFC-Fahradkalender als Wintertour ausgeschrieben, aber es war nicht kalt und es blieb auch trocken. Und die fehlende Sonne wurde durch Gegenwind auf dem größten Teil der Strecke ersetzt. Die Gesundheitswirkung ist auf jeden Fall um ein vielfaches gesünder, als sich bei Rückenwind einen Sonnenbrand zu holen.
Die Gruppe, die darauf vertraute, dass es bei meinen Touren nicht regnet, war zwar klein aber fein. Und trotzdem groß genug, um sich in Baden-Baden auf 3 Museen zu verteilen. Im Kunsthallen-Café haben wir uns am Schluss alle wiedergefunden.
 ROBERT LONGO  1953 Brooklyn, New York - lebt und arbeitet in New York
The Haunting (Triptych)
2005 Kohle auf aufgezogenem Papier
Sammlung Siegfried und Jutta Weishaupt

Dieses Tryptichon, erst zuhause, als ich es in meinen Blog gestellt habe, beleuchtet ungeplant die Frage, was ist Fiktion, was ist Wirklichkeit. Dieses Bild sah, als ich es im Frieder Burda Museum betrachtete, ganz anders aus, als hier auf dem Foto. Ich war total überrascht. Die künstlerische Aufarbeitung dieses einschneidenden Ereignisses berührt mich jedesmal. Ich teile oft Ereignisse in meinem Leben in die Zeit vor Nine Eleven und danach ein. Denn das Leben davor war ein anderes als es teils schleichend, teils in grossen Schritten danach wurde.

Wenn man vor dem Triptychon sitzt, blickt man auf die beiden Flugzeuge links und rechts auf dem verheerenden Weg zu den Zwillingstürmen. In der Mitte, die ganze mittlere Tafel des Triptychons ausfüllend, eine kohlenschwarze Fläche. Der Zwillingsturm? Das unvorstellbare Ereignis? Die Zeit danach? Gedanken, Erinnerungen an den Spuk gehen mir durch den Kopf.
Auf dem Foto ist von dem Hintergrund nur rechts unten der Ausschnitt der Gebäude der Nachbarschaft der Türme sichtbar geblieben. Alles andere der schwarzen Flächen hat sich auf meinem Foto verändert. Da, wo die schwarzem Flächen waren, spiegelt sich die Gegenwart. Das Leben des Heute, des Hier und Jetzt. Sie sind das Spiegelbild des Museums mit den Betrachtern.
Der Fotoapparat ist emotionslos, er fängt die Realität ein. Als Betrachter vor dem Bild sitzend habe ich die Spiegelungen schon irgendwie gemerkt, aber sie sind nicht ins Bild eingegangen. Auf jeden Fall nicht so dominierend, wie auf dem Foto oben. In Wirklichkeit ist alles was auf dem Bild den Museumsraum, die Menschen zeigt, eine leere schwarze Fläche.
How real is real?

Ich habe nur einmal fotografiert. Und ich bin froh, dass ich genau dieses Bild ausgesucht habe. Ohne zu wissen, dass was ganz anderes rauskommt als ich glaubte zu sehen.

Physikalisch lässt es sich natürlich erklären, es gibt schliesslich keinen Spuk (Haunting), entstehen so "alternative Fakten"? 

Ursel machte zuhause eine ähnliche Erfahrung mit dem Atompilz Nagasaki, ebenfalls von Robert Longo. Sie wurde mitten im Atompilz in die Höhe gerissen. Erschreckend ...

Bilder, die nach dem Fotografieren eine fast apokalyptische andere Sicht zeigen, als das was man im Museum sah oder glaubte gesehen zu haben.






Ein Vorschlag, wenn am Sonntag 28.01.2018 immer noch oder schon wieder Frühling ist, dann könnten wir nach Baden-Baden radeln. Warum? Das schreibe ich hier :-)
Wer Lust darauf hat, bitte bei mir melden :-)

der Treffpunkt ist wie bei allen Wintertouren um 11 Uhr in der Kronenstraße 9.


Nach Baden-Baden in die Innenstadt sind es 45 km. Die reine Radelzeit ist also 3 Stunden. Mit Pausen zwischendrin vielleicht knapp 3,5 Stunden.

Am Abend radeln wir dann runter zum Bahnhof Baden-Oos (5 km) und mit der Bahn zurück nach Karlsruhe.


Hinweis: Ich wurde gefragt, ob man auch in das Farbergé-Museum kann. Die Gestaltung der Zeit in Baden-Baden kann natürlich nach Belieben gestaltet werden. Das Farbergé-Museum ist in der Sophienstraße 30 und damit nicht übermäßig weit weg von der Lichtentaler Allee, wo die Museen LA8, Kunsthalle, Frieder-Burda-Museum. Zum Augustaplatz radeln und von dort über die Lichtentaler Straße zur Sophienstraße und dann rechts zum Museum.

Gestern am Sonntag (14.01.2018) hatten wir endlich mal wieder Sonnenschein und fast Frühlingswetter. Die Woche davor erhielt ich den Newsletter des Museumspasses. Mit einer Beschreibung der aktuellen Ausstellung "AMERICA! AMERICA! HOW REAL IS REAL ?" im Frieder-Burda-Museum.
William N. Copley, Imaginary Flag for U.S.A., 1972, stitched and sewn fabric (cotton, nylon, polyester), 127 x 182 cm, William N. Copley Estate, New York ©VG Bild-Kunst, Bonn 2017


09. Dezember 2017 – 21. Mai 2018



Mythen, Projektionen, Sehnsüchte: In Zeiten von „Fake News“ und „Alternative Facts“ wird deutlich, wie sehr der amerikanische Traum mit emotional aufgeladenen Bildern und Symbolen verwoben ist. Zugleich ist sich wohl kaum eine andere Nation der Wirkungskraft von Bildern so bewusst. Die Images des „American Way of Life“, die in den Medien und der Unterhaltungsindustrie produziert werden, können bestehende Machtverhältnisse und Vorstellungen von Wirklichkeit zementieren, aber auch radikal in Frage stellen. 

Mit rund 70 Meisterwerken der US-Gegenwartskunst, wie Andy Warhols Race Riot (1964), Jeff Koons lebensgroßer Skulptur Bear and Policeman (1988) oder Jenny Holzers Leuchtschriftinstallation Truisms (1994) zeigt America! America! How real is real?, wie Künstler von den 1960er-Jahren bis heute die amerikanische Realität kommentieren. Mit Werken aus der Sammlung Frieder Burda und zahlreichen hochkarätigen Leihgaben lädt die Schau zu einer Exkursion durch die visuelle Kultur Amerikas ein.

Schon die Stars der Pop Art wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein oder James Rosenquist transformieren die Oberflächen der Konsumkultur in eine Kunst, die von ungeheurer Verführung und kühler Distanz spricht. Indem sie die Methoden der kommerziellen Bildproduktion übernehmen, verabschieden sie sich von den traditionellen Vorstellungen von Authentizität. Das Gefühl von Entfremdung verkörpern auch die Werke der großen US-Maler der 1980er. Die psychologisch aufgeladenen Leinwände von Eric Fischl, die hermetischen Szenen von Alex Katz, die riesigen Film-Noir-artigen Grafitzeichnungen von Robert Longo sezieren die Träume und Ängste einer verunsicherten weißen Mittelschicht. Zur selben Zeit erobern Künstler wie Jeff Wall oder Cindy Sherman die Szene, die unsere medial geprägte Wahrnehmung kritisch reflektieren. Sie werden zu Vorbildern für nachfolgende Generationen. Mit den Strategien der Konzeptkunst, Performance und Fotografie schaffen sie Bildwelten, in denen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Inszenierung zerfließen: How real is real?

(Ausstellungstext Frieder-Burda-Museum)

Trump mit seiner Einteilung in Fake News für alles, was nicht in sein Weltbild passt, wird künstlerisch noch nicht gezeigt.
Aber in unseren Köpfen sind ja diese aktuellen Bilder und Wahrnehmungen präsent und gehen in Wechselwirkung mit der Ausstellung.
Wie real ist real wirklich. Das allermeiste, was wir erfahren, erleben wir ja nicht selbst, sondern bekommen es über Medien vermittelt. Und ein jeder sieht es dann noch durch den Filter der eigenen Wahrnehmung.
Und jetzt durch das Internet, den sozialen Medien können von jedem beliebige Wahrheiten geschaffen werden. Und nun nicht mehr nur als Kunstform, sondern als "eigene" Realität.
Doch was ist Realität? Immer öfter hört man in den Nachrichten den Satz "die Informationen konnten nicht verifiziert werden".
Ist Realität wahr oder nur eine Wahrnehmung?
Eine Ausstellung, die zum Diskutieren anregt, aber auch zum Hinterfragen der eigenen Wahrnehmung und dem Umgang damit. Denn die Menschen sind Subjekte und keine Objekte, subjektive Wahrnehmung mischt sich in objektiv reale Tatsachen. Doch schon wieder die Frage, was ist real?
Eine Frage, die schon Platon mit seinem Höhlengleichnis philosophisch umtrieb.
(meine Gedanken dazu)

Kunsthalle Baden-Baden
Als ich später im Bistro der Kunsthalle meine Suppe aß, eine ganz reale wohlschmeckende Zuchini-Gemüsecreme-Suppe, hörte ich von oben aus der Kunsthalle immer wieder den Song of the Germans" in ungewohnter Form. Neugierig schlich ich nach oben. Und entdeckte eine ungewöhnliche Installation des nigerianischen Künstlers Emeka Ogboh zu der Frage, In welcher Position finden sich afrikanische Auswanderer im gegenwärtigen Deutschland/Europa wieder?
Ich habe ja den Museumspass, damit konnte ich dem Trieb der Neugierde folgen und ging nach oben. nachdem ich meine Suppe ausgelöffelt und den Tee ausgetrunken hatte.


Emeka Ogboh





If Found Please Return to Lagos



10.11.2017 — 19.00 Uhr – 04.2.2018


In welcher Position finden sich afrikanische Auswanderer im gegenwärtigen Deutschland/Europa wieder? Diese Frage diskutiert der nigerianische Künstler Emeka Ogboh in seiner ersten großen Einzelausstellung. Hierfür verwandelt er die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden in einen Klangkörper. Den Auftakt der Schau bilden zehn Lautsprecher, aus denen „The Song of the Germans“ ertönt, das Deutschlandlied. Dabei werden die Zeilen jedoch nicht wie gewohnt in deutscher Sprache, sondern in Douala, Igbo, Ewondo und weiteren afrikanischen Sprachen gesungen – den jeweiligen Muttersprachen der Sänger des Berliner Chors Bona Deus.
Emeka Ogboh setzt sich in seinen Werken intensiv mit dem Thema Immigration auseinander. Hierbei lässt er auch eigene Erfahrungen einfließen, die er in den Städten Lagos und Berlin gesammelt hat. Für seine Ausstellung in der Kunsthalle produziert der für seine Arbeiten vielfach ausgezeichnete Künstler auch zahlreiche ortsbezogene Werke, die sich auf den Geschmackssinn konzentrieren. So braut er für Baden-Baden eine Version des inzwischen legendären Bieres „Sufferhead Original“. Hierzu befragte er Menschen mit afrikanischem Hintergrund ihren Geschmackserlebnissen. Wie schmeckt Baden-Baden und welche Geschmäcker fehlen? Aus diesen gustatorischen Erfahrungen entwickelt er das Rezept für das dunkle Bier und stößt eine kritische Befragung von Begriffen wie Identität und Nationalität an. Für das Bier hat der Künstler außerdem in den prächtigen Räumen des Casinos einen Werbespot gedreht. Die Protagonisten sind Personen mit afrikanischem Hintergrund, die in der Stadt Baden-Baden und im Umland leben. Im Film schaffen diese gemeinsam das Bild einer kosmopolitischen Gesellschaft, die selbstbewusst mit Wurzeln, Einflüssen und Zwischenräumen umgeht. Hierfür gilt besonderer Dank den zahlreichen Mitwirkenden in Baden-Baden, die dieses Projekt erst möglich gemacht haben.
(Ausstellungstext der Kunsthalle Baden-Baden)




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen